NACH OBEN

Plattformökonomie - Überholte Regulierungsdurchsetzung?

29.06.2026

Zeitschrift für Sozialreform
© de Gruyter Oldenbourg

Neuer Beitrag in der Zeitschrift für Sozialreform

Der Open-Access-Artikel "Outdated Enforcement? The Judicialization of Status Determination in the German and Norwegian Platform Economy/  Überholte Regulierungsdurchsetzung? Die Justizialisierung der Statusfeststellung in der deutschen und norwegischen Plattformökonomie" wurde verfasst von Dr. Fabian Hoose, Dr. Fabian Beckmann, Johanne Stenseth Huseby und Kristin Jesnes im Rahmen einer deutsch-norwegischen Zusammenarbeit und wird in der Ausgabe 4/2026 der Zeitschrift für Sozialreform erscheinen.
Die Ausbreitung von Plattformarbeit hat wissenschaftliche und politische Debatten darüber ausgelöst, wie diese Arbeitsform in nationale und supranationale Institutionen der Arbeitsregulierung eingebettet werden kann. Ein zentrales Instrument ist die Neubestimmung des Beschäftigungsstatus von Plattformbeschäftigten, um ihnen Zugang zu kollektiven Arbeitsrechten zu ermöglichen. Während sich die Debatten auf geeignete Regulierungsansätze und Kriterien der Statusbestimmung konzentriert haben, wurde der praktischen Durchsetzung bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt – obwohl Durchsetzungslücken für andere atypische Beschäftigungsformen dokumentiert sind und traditionelle Kontrollmechanismen durch Gewerkschaften in der Plattformökonomie weitgehend fehlen. Vor diesem Hintergrund werden die Fallbeispiele Deutschland und Norwegen hinsichtlich der Institutionen, Akteure und Mechanismen der Statusfeststellung analysiert – zwei koordinierte Marktwirtschaften mit enger Kooperation zwischen Staat und Sozialpartnern. Welche Herausforderungen entstehen bei der Anwendung bestehender Statusfeststellungs- und Durchsetzungsverfahren auf Plattformarbeit und werden diese Mechanismen den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht ? Die Analyse beruht auf qualitativen Interviews und Dokumentenanalysen und offenbart drei zentrale Befunde:

  • Erstens bestehen in beiden Ländern erhebliche Durchsetzungslücken, da plattformbasierte Beschäftigungsmodelle häufig unentdeckt bleiben.
  • Zweitens verfolgen die zuständigen Behörden einen eher reaktiven, abwartenden Ansatz und verlagern die Verantwortung auf den Gesetzgeber.
  • Dies führt drittens dazu, dass Durchsetzungsfragen zunehmend von der politischen Ebene hin zu gerichtlichen Entscheidungen verschoben werden.

Die ambivalenten Folgen dieser zunehmenden „Justizialisierung“ der Arbeitsregulierung werden diskutiert und zentrale Herausforderungen für die künftige Durchsetzung von Regulierungen im Feld der Plattformarbeit werden skizziert.

Der Artikel kann unter folgendem Link https://doi.org/10.1515/zsr-2025-0021 abgerufen werden.

Zeitschrift für Sozialreform
© de Gruyter Oldenbourg

Neuer Beitrag in der Zeitschrift für Sozialreform

Der Open-Access-Artikel "Outdated Enforcement? The Judicialization of Status Determination in the German and Norwegian Platform Economy/  Überholte Regulierungsdurchsetzung? Die Justizialisierung der Statusfeststellung in der deutschen und norwegischen Plattformökonomie" wurde verfasst von Dr. Fabian Hoose, Dr. Fabian Beckmann, Johanne Stenseth Huseby und Kristin Jesnes im Rahmen einer deutsch-norwegischen Zusammenarbeit und wird in der Ausgabe 4/2026 der Zeitschrift für Sozialreform erscheinen.
Die Ausbreitung von Plattformarbeit hat wissenschaftliche und politische Debatten darüber ausgelöst, wie diese Arbeitsform in nationale und supranationale Institutionen der Arbeitsregulierung eingebettet werden kann. Ein zentrales Instrument ist die Neubestimmung des Beschäftigungsstatus von Plattformbeschäftigten, um ihnen Zugang zu kollektiven Arbeitsrechten zu ermöglichen. Während sich die Debatten auf geeignete Regulierungsansätze und Kriterien der Statusbestimmung konzentriert haben, wurde der praktischen Durchsetzung bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt – obwohl Durchsetzungslücken für andere atypische Beschäftigungsformen dokumentiert sind und traditionelle Kontrollmechanismen durch Gewerkschaften in der Plattformökonomie weitgehend fehlen. Vor diesem Hintergrund werden die Fallbeispiele Deutschland und Norwegen hinsichtlich der Institutionen, Akteure und Mechanismen der Statusfeststellung analysiert – zwei koordinierte Marktwirtschaften mit enger Kooperation zwischen Staat und Sozialpartnern. Welche Herausforderungen entstehen bei der Anwendung bestehender Statusfeststellungs- und Durchsetzungsverfahren auf Plattformarbeit und werden diese Mechanismen den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht ? Die Analyse beruht auf qualitativen Interviews und Dokumentenanalysen und offenbart drei zentrale Befunde:

  • Erstens bestehen in beiden Ländern erhebliche Durchsetzungslücken, da plattformbasierte Beschäftigungsmodelle häufig unentdeckt bleiben.
  • Zweitens verfolgen die zuständigen Behörden einen eher reaktiven, abwartenden Ansatz und verlagern die Verantwortung auf den Gesetzgeber.
  • Dies führt drittens dazu, dass Durchsetzungsfragen zunehmend von der politischen Ebene hin zu gerichtlichen Entscheidungen verschoben werden.

Die ambivalenten Folgen dieser zunehmenden „Justizialisierung“ der Arbeitsregulierung werden diskutiert und zentrale Herausforderungen für die künftige Durchsetzung von Regulierungen im Feld der Plattformarbeit werden skizziert.

Der Artikel kann unter folgendem Link https://doi.org/10.1515/zsr-2025-0021 abgerufen werden.